Wenn Lieferungen an Privatkunden (ohne USt.-ID) in EU-Länder erfolgt, dann können diese bis zur Grenze (Lieferschwelle) von 10.000 Euro (alle Privatkunden-EU-Lieferungen zusammengefasst) mit der inländischen Umsatzsteuer berechnet werden. Dafür wird in WEBWARE und BüroWARE die Erlösart „2 – Besteuerung im Ursprungsland“ verwendet.
Ab dem Zeitpunkt, an welchem die Grenze von 10.000 Euro überschritten wird, ist die Umsatzsteuer des jeweiligen Bestimmungslandes zu berechnen und abzuführen.
Dadurch müssen die betreffenden Kunden auf die Erlösart „4 – Besteuerung im Bestimmungsland“ geändert werden. Sie können für diese Änderung den Selektionspool Adressen benutzen.
Fügen Sie zunächst mit einer individuellen Selektion die gewünschten Adressen hinzu:

Dann nutzen Sie die Funktion „Ändern/Ergänzen“, um die Erlöszuordnung zu ändern.

Legen Sie das zu ändernde Feld und den neuen Inhalt fest. Nutzen Sie bei der Feldauswahl die Option „weitere Felder“.

Sie erhalten nochmals eine Vorschau und können dort (falls alles so korrekt ist) die Änderungen durchführen.

Werden für diese Kunden nun Belege erfasst, wird automatisch die richtige Einstellung angewandt.
Achtung: Ändern Sie auch in der Länderverwaltung die Vorgaben für neue Kunden!
Neue Kunden erhalten die in der Länderverwaltung vorgegebenen Einstellungen, Sie sollten also unbedingt dort die Vorgaben ändern.
Achtung: Bestehende Belege werden nicht automatisch geändert!
Sind die Kundeneinstellungen korrekt, werden neue Belege automatisch mit den richtigen Einstellungen versehen. Bereits vorhandene Belege können aber noch falsch sein! Sie müssen also unbedingt bei noch offenen Lieferscheinen, Angeboten und Aufträgen auf die richtige Erlösart ändern.
Auch hier hilft Ihnen ein Selektionspool.
Wechseln Sie dazu in den Bereich Warenausgang und dort in den Selektionspool.
Fügen Sie dort nach gleichem Schema Angebote, Aufträge und Lieferscheine hinzu. Rechnungen sind im Regelfall nicht mehr änderbar, außer es würde sich um vorbereitete aber noch nicht ausgegebene Rechnungen handeln.


Hier die geladenen Aufträge:

Tipp: Öffnen Sie die gespeicherte Selektion nochmals und ändern Sie einfach die Belegart. Im Beispiel wird auf „Lieferschein“ geändert.

Achten Sie darauf, dass Sie die bereits geladenen Beleg nicht ersetzen

Die betreffenden Belege der zusätzlichen Selektion werden nun hinzugefügt.

Sind alle zu ändernden Belege im Selektionspool enthalten, nutzen Sie die bereits bekannte Funktion „Einzelne Feldinhalte ändern“ um die Erlöszuordnung zu korrigieren.

Sie erhalten zunächst wieder eine Vorschau und können hier die Änderungen durchführen lassen.

Vor der Änderung war die Erlöszuordnung 2 im Beleg enthalten:

Nach der Änderung befindet sich die Erlöszuordnung 4 im Beleg.

Achtung: Diese Änderung ist noch nicht ausreichend!
Es ist jedoch noch eine weitere Problematik vorhanden, die unbedingt noch zu korrigieren ist. Die Änderung der Erlöszuordnung im Belegkopf verändert nicht die Steuerberechnung und die Konten in den bereits erfassten Positionen, diese sind also immer noch falsch geschlüsselt.

Es müssen also noch die Positionen überarbeitet werden.
Dafür steht ein spezielles Tool im gleichnamigen Menü zur Verfügung. „Kontenfindung aktualisieren“ korrigiert die Konten und Steuerdaten gemäß der Einstellung im Belegkopf, hier also gemäß der Erlöszuordnung 4.


Nach Ausführung dieses Tool sind Ihre Belege komplett korrigiert.

Dabei kann sich der Bruttopreis des Artikels oder der Nettopreis ändern. Das liegt dann darin begründet, wie die Einstellung für die Steuerberechnung vorgenommen wurde.
Steuer auf Netto = Bruttopreis verändert sich, Nettopreis bleibt gleich
Steuer aus Brutto = Bruttopreis bleibt gleich, Nettopreis ändert sich