Seit dem 1.1.2019 gelten inDeutschland neue Regelungen in Bezug auf Gutscheine.
Die SoftENGINE Kasse ist in der Lage, die neuen Regelungen entsprechend abzubilden.
Hier finden Sie mehr zu den theoretischen/grundlegenden Aspekten.
Nachfolgend stellen wir Ihnen die Arbeit mit den Gutscheinen an der Kasse dar.
Zunächst müssen Sie festlegen, welche Art von Gutscheinen Sie im Unternehmen anbieten wollen.
Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung:
- beide Arten verwenden (also Einzweck- und Mehrzweckgutscheine)
- nur Mehrzweckgutscheine verwenden
- nur Einzweckgutscheine verwenden
Diese Einstellung nehmen Sie in den Basisdaten der Kasse unter dem Menüpunkt „Gutscheine“ im Menü „Bearbeiten“ vor.
Hier wählen Sie die Art der Gutscheine, die Sie anwenden wollen.
Wenn noch Gutscheine aus der Zeit vor 1.1.2019 im Umlauf sind, werden diese mit großer Wahrscheinlichkeit nach Wertgutscheine, aktuell also Mehrzweckgutscheine sein.
Es spricht daher nichts dagegen, beide Gutscheinarten zu aktivieren.
In diesem Falle müssen Sie natürlich auch beide Arten einrichten.
Gutscheinartikel sind, wie auch die anderen Kassenartikel interne, also verborgene Artikel, welche über die entsprechende Funktion in den Artikelstammdaten zu finden sind.
Der bisherige Geldwertgutschein ist identisch mit dem Mehrzweckgutschein, insofern kann der bisherige Artikel weiter genutzt werden.
Öffnen Sie die Einstellung „Kasse“ in den „Optionen/Parametern“.
Vergewissern Sie sich, dass der richtige Buchungscode „20 Umsatz Mehrzweckgutschein“ ausgewählt ist.
Dem Artikel ist (im Standard) die Kontenzuordnung „77000“ zugewiesen, welche mit Steuerschlüssel „1“ (steuerfrei) versehen ist.
Es ist empfehlenswert, die Bezeichnung des Artikels auf „Mehrzweckgutschein“ zu ändern.
Für die Einrichtung der Einzweckgutscheine ist etwas mehr Arbeit nötig.
Sie benötigen dafür:
- ein passendes Konto
- eine Kontenzuordnung
- einen Artikel
Die Frage, welches Konto Sie benutzen sollen, muss Ihnen Ihr Steuerberater empfehlen, welchen Sie unbedingt befragen sollten.
Prinzipiell ist das Konto gleichzusetzen mit einem Verbindlichkeitskonto für erhaltene Anzahlungen.
Im Kontenrahmen SKR03 ist das beispielsweise das Konto 1718.
Das Konto ist als Umsatzkonto mit Steuerschlüssel 5 versehen und hat bereits alle nötigen Einstellungen für korrekte Platzierung in der Bilanz und ebenfalls sind hier die Umsatzsteuerkennziffern bereits richtig zugewiesen.
Wenn Sie im Unternehmen sonst keine Anzahlungen annehmen, könnten Sie das Konto einfach in „Verbindlichkeiten aus Verkauf von Einzweckgutscheinen“ umbenennen oder ggf. das Konto duplizieren und ein gleichartig geschlüsseltes Konto bei anderer Bezeichnung einzurichten.
Im nächsten Schritt legen Sie, wenn es keine passende Kontenzuordnung gibt, eine neue Kontenzuordnung an.
Alternativ können Sie die Kontenzuordnung 77006 des Standards nutzen.
Im nächsten Schritt ist noch der Artikel anzulegen.
Als Vorlage kann der Artikel „Kasse Anzahlung volle Steuer“ genutzt werden.
Im Bereich „Kasse“ des Gutschein-Artikels ist (wichtig!) der Buchungscode „21“ einzutragen.
Nun noch den Artikel in den Basisdaten bei Gutscheinartikel zuordnen.
Damit sind die Vorbereitungen abgeschlossen.
In der Gutscheindatenbank werden wahrscheinlich noch Geldwertgutscheine aus der Zeit vor dem 1.1.2019 vorhanden sein.
Diese werden jetzt wie Mehrzweckgutscheine behandelt.
Einen Mehrzweckgutschein verkaufen
Beim Verkauf von Gutscheinen an der Kasse kann jetzt zwischen Mehrzweck- und Einzweckgutscheinen unterschieden werden.
Im Finder finden Sie die Funktionen „Einzweckgutschein verkaufen“ und „Mehrzweckgutschein verkaufen“.
Durch Auswahl der jeweiligen Funktion entscheiden Sie, welche Art von Gutschein erzeugt wird.
Bei Gutschein mit Vorgabe wählen Sie in einem nächsten Schritt, welche Gutscheinart Sie erstellen möchten.
Sinnvoll ist, ggf. direkt in der Schnellstartleiste die benötigten Gutscheinfunktionen zu aktivieren.
Betrachten wir die einzelnen Fälle – zunächst „Einzweckgutschein verkaufen“.
Die Funktion folgt dem bereits bekannten Ablauf – Wert eintragen und bestätigen.
Beim Abschluss werden Bon und Gutschein gedruckt.
Im Bon ist die korrekte Umsatzsteuer ausgewiesen – 19%.
Der Gutschein ist nun in der Gutscheindatenbank angelegt und dort als „Einzweckgutschein“ gekennzeichnet.
Der Ablauf bei einem Mehrzweckgutschein ist analog dem Einzweckgutschein – Wert eintragen und bestätigen.
Beim Abschluss werden Bon und Gutschein gedruckt.
Im Bon ist die korrekte Umsatzsteuer ausgewiesen – 0%.
Bei Anwendung der Funktion „Gutschein mit Vorgabe verkaufen“ entscheiden Sie nach dem Start er Funktion, welche Gutscheinart Sie ausstellen möchten.
Der weitere Ablauf ist dann analog der bereits beschriebenen Varianten.
Gutschein einlösen
Beim Einlösen eines Gutscheines können nun 3 verschiedene Situationen eintreten.
- Einlösen eines „alten“ Geldwertgutscheines
- Einlösen eines neuen Mehrzweckgutscheines
- Einlösen eines neuen Einzweckgutscheines
Betrachten wir diese Varianten.
Wenn ein Geldwertgutschein aus dem Vorjahr eingelöst wird, muss der Bon die komplette Mehrwertsteuer enthalten.
Wird ein Mehrzweckgutschein eingelöst, so muss ebenfalls die komplette Mehrwertsteuer ausgewiesen werden.
Bei einem Einzweckgutschein wurde die Mehrwertsteuer bereits abgeführt, hier darf nur die Differenzsteuer ausgewiesen sein.
Angenommen, der Bonwert ist 121 Euro und der Einzweckgutschein besitzt einen Wert von 100 Euro, dann wurden für 100 Euro bereits Steuern abgeführt und nur noch der ggf. zusätzliche Betrag (im Beispiel 21 Euro) unterliegt der Umsatzsteuer.
Genau das ist auch im Bon berücksichtigt.




























2 thoughts on - KASSE: Einzweck und Mehrzweckgutscheine
Mir ist aufgefallen beim Konto für die Einzweckgutscheine steht 4718 („SKR03 ist das beispielsweise das Konto 4718“). Dieses muss aber 1718 sein.
Danke für den Hinweis. Ich habe es im Text geändert.