Dieser Artikel wurde auf Basis der Factory-Dokumentation Merkmal erstellt. Sie wurde von mir mit eigenen Beispielen, Informationen und aktuellen Screenshots ergänzt.
– Tim Mundt, 06.01.2022
Was sind Merkmalsleisten und was kann man damit machen?
Merkmalsleisten sind ein sinnvolles Feature, dass man kennen sollte.
Sie ermöglichen eine Individualisierung von Fabrikaten. Sei es z.B. ein Fahrrad, welches man in unterschiedlichen Farben oder mit unterschiedlichen Reifen anbieten möchte oder eine Brille mit mehreren Formen, Farben, Nasenpads usw. unter Beibehaltung der ein- und selben Artikelnummer!.
Beim Gestalten der Stücklisten hat der Kunde hierdurch die Möglichkeit eine Merkmalsleiste zu definieren.
Im Folgenden möchte ich über die Verwendung, sowie die Möglichkeiten als Designer eine Merkmalsleiste zu verwenden aufzeigen.
Wo finde ich Merkmalsleisten?
Hierzu muss eine PPS-lizensierte BüroWARE-Installation mit der FACTORY -Konfiguration vorliegen. Das Modul PPS wird von der BWFactory lizensiert.
Es ist allerdings ein Bestandteil der BüroWARE-Lizenz, die nur von SoftENGINE lizenziert werden kann. (Wenden Sie sich einfach an den BüroWARE Partner).
Merkmalsleisten lassen sich im Bereich PPS -> Merkmalsleisten aufrufen.



Wie definiere ich eine Merkmalsleiste?
Grundsätzlich kann man in der vorgelagerte Merkmalstabelle „F3“ oder den Button „Neuanlage“ drücken, um eine Merkmalsleiste zu definieren.
Der Index („Merkmalsleiste“) kann hierbei frei vergeben werden.
Beim Öffnen einer Merkmalsleiste sieht man grundsätzlich erstmal folgende-
Einstellungsmöglichkeiten der Felder:

„Merkmalsleiste“ – das ist der Index der Merkmalsleiste. Diesen trägt man in den Artikel ein, für den die Merkmalsleiste gelten soll. Dieser Schlüssel bildet das Such- und
Ordnungskriterium der Merkmalsleisten. Über diesen Schlüssel
wird eine Merkmalsleiste einem Artikel zugeordnet.
„Bezeichnung“ -Dieses Feld dient zur Umschreibung der Merkmalsleiste. Die Bezeichnung
wird zusammen mit dem eindeutigen Schlüssel in der
Auswahltabelle angezeigt.
„Bitmap“ – Durch die Angabe eines Bitmapdateinamens wird dem Programm
signalisiert, dass die definierte Eingabestruktur (Eingabefelder
für Merkmale) in einer Maske angezeigt werden soll. Bleibt dieses
Feld leer, erfolgt die Darstellung der Merkmale in
tabellenform. Bitte stellen Sie sicher, dass das Bitmap die
gleiche Pixelgröße hat, wie die definierte Maskengröße. – Bitte prüfen!
„Maskenbreite/-höhe“ – Ähnlich wie bei Workflows:
Hierbei legt man fest, wie groß das Fenster für die Auswahl der Merkmale sein soll (Angabe erfolgt in Pixel) und
„Maskenposition“ – wo an welcher Position das Fenster erscheinen soll (Eingabe erfolgt in Pixel, hierbei werden die x- und die y-Koordinate relativ vom linken oberen Bildschirmrand angegeben).
Einstellungsmöglichkeiten der Merkmale (was bewirkt welche Spalte in der Tabelle)?
Merkmal
In dieser Spalte wird ein Merkmal eingetragen, wie z. B. HÖHE,
BREITE od. LÄNGE. Achten Sie darauf, dass die Merkmale innerhalb
der definierten Merkmalsleiste eindeutig – also nicht doppelt
– vergeben werden. In den Formeln ist sonst der Zugriff auf
das zutreffende Merkmal nicht gewährleistet (MA[Merkmal]).
Text
Tragen Sie hier einen Text ein, der das Merkmal beschreibt. Sollen
die Merkmale resp. Eingabefelder in einer Maske dargestellt
werden, so wird dieser hier hinterlegte Text als Feldbezeichnung
innerhalb der Maske verwendet.
L
Physikalische Länge des Feldes in Byte (Zeichen).
Typ
Über die Eingabeart bestimmen Sie, welche Zeichen in diesem
Feld eingetragen werden können bzw. wie diese „formatiert“
werden. Folgende Eingabearten stehen sind gültig:
L Alphanumerisch
R Rechtsbündig beliebig viele Nachkommastellen
R0 Rechtsbündig keine Nachkommastellen
R1 Rechtsbündig 1 Nachkommastelle
R2 Rechtsbündig 2 Nachkommastelle
Rn Rechtsbündig n Anzahl Nachkommastellen
R99 Rechtsbündig Vornullen
A(T) Ausschließliche Verwendung von Folgezeichen
G Nur Großbuchstaben
K Nur Kleinbuchstaben
D Datumseingabe
C Bei Eingabe nicht anzeigen (Codewort)
S3 Rechtsbündig 3/Zusatz
Z Uhrzeiteingabe
DKW Eingabe Kalenderwoche
RA Rechtsbündig alphanumerisch
VL („virtuelle“- bzw. auch „angezeigte Länge“)
Hier können Sie die „virtuelle“ Länge des Feldes eingeben. Diese
Länge bestimmt, mit welcher Länge das Feld in der Auswahltabelle
oder in der Maske angezeigt wird. Der Anwender kann
aber trotzdem über die virtuelle Länge hinaus Zeichen in das
Feld eintragen. Das Feld kann immer so viele Zeichen (Buchstaben,
Zahlen und Sonderzeichen) aufnehmen, wie dies in der
Spalte L festgelegt wurde. Angezeigt wird aber nur die Anzahl der
hier festgelegten Zeichen.
A
Durch den Eintrag der Ziffer 1 können Sie in dieser Spalte eine
Auswahltabelle für das Eingabefeld aktivieren. Über den Button
<Auswahltabelle definieren>, werden die Werte eingetragen,
die die Auswahltabelle enthalten soll.
R
Über einen Schlüssel wird festgelegt, wie später im Programm
die Auswahlinformation gehandhabt werden soll. Folgende
Schlüssel sind möglich:
0 = Kein Refresh
Die Auswahlinformation wird nicht angezeigt.
1 = Anzeigen der Auswahlinformation
Die Auswahlinformation wird angezeigt.
2 = Anzeigen der Auswahlinformation mit Prüfung
Die Auswahlinformation wird angezeigt. Zusätzlich wird geprüft,
ob der Feldeintrag überhaupt in der verknüpften Auswahltabelle
vorhanden ist.
RL
Wurde die Anzeige der Auswahlinformation gewählt (Option 1
oder 2 in der Spalte REFRESHING), so können Sie hier die Anzahl
der Zeichen eintragen, die maximal in der Maske zur Information
angezeigt werden sollen.
Die folgenden Spalten sind nur von Bedeutung, wenn die Eingabestruktur
in einer Maske dargestellt werden soll. Über eine X und eine YKoordinate
geben Sie an, wo das Eingabefeld in der Maske plaziert
wird.
MaskX
X-Position (horizontale Position) des Feldes innerhalb der Maske.
MaskY
y-Position (vertikale Position) des Feldes innerhalb der Maske.
Die Tasten und Buttons
–> in der vorgelagerten Tabelle
Erfassen/Ändern –> Taste RETURN (ugs. „ENTER“)
Neuanlegen –> Taste F3
Löschen –> Taste F4
Sortieren
Text suchen –> Strg + S
Duplizieren –> Alt +D
„ESC“ – DIALOG SCHLIEßEN
Mit der ESC-Taste schließen Sie die Tabelle und kehren zur vorgelagerten
Auswahltabelle der Merkmalsleisten zurück.
Dies ersetzt den Button: <Verlassen>
„Auswahltabelle“–> ALT + A

Es öffnet sich ein Textfeld, bzw. auch als „Werteliste“ bezeichnet. Hier kann man alle Optionen zeilenweise eingeben, die zur Auswahl stehen sollen.
Aber bitte nicht vergessen, dass jede Zeile mit einem CRLF (Enter drücken) abgeschlossen sein muss.
Über eine Werteliste wird der Inhalt einer Auswahltabelle definiert, die
dem Anwender ermöglicht, einen gültigen Wert auszuwählen und in das
Eingabefeld zu übernehmen. Die Auswahltabelle wird immer für die zuvor fokussierte
aktive Zeile definiert. Die Zeile muss allerdings erst erfasst und anschließend einmal mit F12 gespeichert
werden – erst dann kann die Auswahltabelle für ein Eingabefeld
(Zeile) erstellt werden.
Bei einspaltigen Auswahllisten werden die zutreffenden Werte untereinander
eingegeben. Bei mehrspaltigen Auswahllisten sind die einzelnen
„Spalten“ durch ein Leerzeichen zu trennen. BüroWARE übernimmt
immer den ersten Wert (vor dem ersten Leerzeichen) in das Eingabefeld,
wenn aus der Werteliste

Eine Merkmalsleiste einem Artikel zuordnen
Grundsätzlich hat man die Möglichkeit eine Merkmalsleiste auch mehreren Artikeln zuzuordnen.
Hierzu muss im Artikel, (z.B.) die zuvor frei definierte Merkmalsleiste, im Feld „Merkmalsleiste“(ART_1651_8) eingetragen werden.
Die Hilfstabelle/Refreshtabelle ist übrigens die „300078“ – hier mit einer angezeigten Länge von 16 Zeichen.

Und was für Möglichkeiten habe ich als Designer die Merkmalsleiste abzufragen?
Sobald eine Merkmalsleiste in einem Artikel eingetragen ist, öffnet sich bei der Positionserfassung automatisch die definierte Merkmalsleiste, die man im Artikel hinterlegt hat.
Unter Berechnungsformeln Belege kann man im Bereich „Übernahme aus Artikelstamm“ oder „Standardberechnung komplett“ Befehle verwenden, um z.B. Positionsfelder zu kalkulieren.
Der Anwender hat somit die Möglichkeit durch eine sehr schnelle Auswahl aller Merkmalsausprägungen diese in fest definierte Positionsfelder zu kalkulieren.
Hierzu gibt es ein paar versteckte Befehle
„MA[Merkmal]“ – bezogen auf das Beispiel weiter oben, würde der Befehl „MA[MERKMAL3]“ als Ergebnis „001 Rennlenker“ ausgeben, wenn dieser ausgewählt wurde.
Die Nummer der Merkmale (in der Auswahlmöglichkeit) sollte bis zu 3 Stellen groß sein. d.h. max. 999 Optionen pro Merkmal.
MA[MERKMAL_AWTEXT] – bezogen auf das Beispiel weiter oben, würde der Befehl „MA[MERKMAL3_AWTEXT]“ als Ergebnis „Rennlenker“ ausgeben, also nur den Text des Merkmals. Statt 001 Rennlenker, wird dann nur „Rennlenker“ ermittelt.
Hiermit hätte man also die Möglichkeit als Anwender Formulare / Auswertungen zu gestalten, ohne viel zusätzliche Programmierung zu machen.
Der Aufbau wäre dann z.B.:
Lenker- + MA[MERKMAL3_AWTEXT] (Platzhalter = TMP_0_60)+“mit der Nummer“ + MA[MERKMAL3] (Platzhalter = TMP_60_3)
Mit einer Stringverkettung würde dann im Andruck die Textzeile:
„Lenker – Lenker Sportausführung mit der Nummer 001„ gedruckt werden.

Und wie kann man jetzt eine Stückliste abbilden, in der nur die Komponenten in den endgültigen Fertigungsauftrag einfließen, die gemäß der Auswahl der Merkmale erfolgen soll?
Hierzu kommt noch eine neuer Artikel /TM/06.01.2022